
Das diesjährige Jahresmotto „Füranand & Mitanand“ des Landesverband Vorarlberg für Amateurtheater beschreibt die Haltung, die das Amateurtheater im Ländle seit jeher trägt: füreinander da sein und miteinander gestalten.
Das Amateurtheater lebt vom Engagement vieler – von Schauspielerinnen und Schauspielern, Regie- und Technikteams, Masken- und Kostümbildner:innen, Bühnenbauer:innen, Vereinen und freiwilligen Helferinnen und Helfern. Niemand steht allein auf der Bühne. Jede Produktion ist ein Gemeinschaftswerk, das nur gelingt, wenn Respekt, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sind.
Gegenseitiger Respekt ist der Leitwert in unseren Aktivitäten im Landesverband und im alltäglichen Umgang miteinander. Unsere Respekt-Charta, die wir auf unserer Website veröffentlicht haben, dient dabei als Grundgedanke und Orientierungshilfe. Zudem bieten Schutz- und Präventionskonzepte weitere Orientierungshilfen, um Handlungssicherheit zu schaffen.
„Füranand“
…bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, einander zu stärken, Möglichkeiten für alle zu eröffnen und auch hinter den Kulissen zusammenzuhalten. Es bedeutet Theater nicht nur für sich selbst und die eigene Gruppe, sondern vor allem auch für andere zu machen und auch das Drumherum entsprechend zu gestalten.
Sich Gedanken über Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und kulturelle Teilhabe von sozial benachteiligten Menschen zu machen. Sich sozial zu engagieren, indem man beispielsweise Eintritte von einzelnen Vorstellungen für einen guten Zweck oder bestimmte Menschen in Not spendet. Oder eine extra Vorstellung am Vor- oder Nachmittag anzusetzen, die Senior:innen kostenlos besuchen können, um älteren Menschen den Theaterbesuch zu erleichtern.
„Mitanand“
…heißt, gemeinsam kreativ zu sein, Ideen zu teilen, Generationen und Vielfalt gleichberechtigt zu verbinden und kulturelles Leben aktiv zusammen zu gestalten. Gerade in einer Zeit, in der Individualisierung oft im Vordergrund steht, zeigt die Amateurtheaterszene, wie wertvoll echte Gemeinschaft ist, in der wertschätzend, aufmerksam und solidarisch miteinander umgegangen wird. Es bedeutet, dass Gruppen sich gegenseitig beispielsweise mit Kostümen und Requisiten aushelfen. Dass Dienstleistungen und persönliche Fähigkeiten für alle zugänglich über die Theaterbörse angeboten werden. Oder Gruppen zu haben, in der von Kindern bis hin zu Senior:innen alle ihren Platz finden. Sich bei Vernetzungstreffen auszutauschen und zu ermutigen, sich bei Festivals und Vorstellungsbesuchen gegenseitig zu bewundern und über die eigene Theatergruppe hinaus am kulturellen Leben teilzunehmen.
Das Motto heuer lädt alle Theatergruppen ein, dieses Bewusstsein sichtbar zu leben: auf der Bühne, im Probenraum und darüber hinaus. Denn wo Menschen füreinander und miteinander wirken, entsteht nicht nur Theater – es entsteht Gemeinschaft.
